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Möglichkeiten der Unterstützung

Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen
Universitäten und Forschungseinrichtungen
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Fachzeitschriften und Verlage
Stiftungen und Forschungsförderungseinrichtungen
Learned Societies und Fachverbände
Regierungsstellen
Bürger und Bürgerinnen 

Um die im folgenden gegebenen Empfehlungen nachvollziehen zu können, hier zunächst zwei Auszüge aus dem Initiativschreiben der Budapest Open Access Initiative:

Um welche Art von Literatur geht es? "Frei zugänglich im Internet sollte all jene Literatur sein, die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ohne Erwartung, hierfür bezahlt zu werden, veröffentlichen. Zu dieser Kategorie gehören zunächst Beiträge in Fachzeitschriften, die ein reguläres Peer-Review durchlaufen haben, aber auch z.B. Preprints, die (noch) nicht begutachtet wurden, und die online zur Verfügung gestellt werden sollen, um Kollegen und Kolleginnen über wichtige Forschungsergebnisse zu informieren bzw. deren Kommentare einzuholen."

Was bedeutet open access? "Open access meint, dass diese Literatur kostenfrei und öffentlich im Internet zugänglich sein sollte, so dass Interessierte die Volltexte lesen, herunterladen, kopieren, verteilen, drucken, in ihnen suchen, auf sie verweisen und sie auch sonst auf jede denkbare legale Weise benutzen können, ohne finanzielle, gesetzliche oder technische Barrieren jenseits von denen, die mit dem Internet-Zugang selbst verbunden sind. In allen Fragen des Wiederabdrucks und der Verteilung und in allen Fragen des Copyright überhaupt sollte die einzige Einschränkung darin bestehen, den jeweiligen Autorinnen und Autoren Kontrolle über ihre Arbeit zu belassen und deren Recht zu sichern, dass ihre Arbeit angemessen anerkannt und zitiert wird."

Neben vielem anderen, was Sie tun können, um die freie Zugänglichkeit wissenschaftlicher Literatur zu fördern, bitten wir Sie zunächst darum, den Initiativaufruf der Budapest Open Access Initiative zu unterzeichnen.


Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen

I. Self-Archiving:

  • Bemühen Sie sich um das Self-Archiving Ihrer eigenen Beiträge und ermutigen Sie Ihre Kolleginnen und Kollegen, dies auch zu tun. Wenn in der Disziplin, der Sie zugehören, bisher keine Archive existieren, die mit den Standards der Open Archives Initiative (OAI) vereinbar sind, bitten Sie Ihre Universität bzw. die Forschungseinrichtung, für die Sie tätig sind, ein solches institutionelles Archiv aufzubauen. Mittlerweile steht hierfür freie Software zur Verfügung (siehe CalTech's Überblick zur Software in den SPARC e-news).

II. Alternative Fachzeitschriften:

  • Publizieren Sie wenn möglich in Zeitschriften, in denen alle Beiträge frei zugänglich sind. 
  • Sofern in dem Forschungsfeld, in dem Sie tätig sind, derartige Zeitschriften (bisher) nicht existieren, helfen Sie, alternative Zeitschriften zu gründen, die der Idee des open access verpflichtet sind. Nutzen Sie hierzu auch die bereits vorhandene Software, die durch Automatisieren verschiedener Publikationsfunktionen zu erheblichen Kostenreduzierungen beitragen kann.
  • Ermutigen Sie bereits existierende Fachzeitschriften, ihre Inhalte frei zugänglich zu machen. Z.B. können Sie sich als Herausgeber/Herausgeberin oder als Reviewer/Reviewerin nur noch an Zeitschriften beteiligen, die sich auf open access verpflichten. 
  • Wenn Sie sich entscheiden, Ihre Mitarbeit an einer Zeitschrift aufzugeben wegen der dort praktizierten restriktiven Zugangspolitik, benachrichtigen Sie die Verantwortlichen über Ihre Gründe. Eventuell sollten Sie zusätzlich in einem Offenen Brief andere Kolleginnen und Kollegen über Ihre Entscheidung und deren Ursache informieren (siehe hierzu auch einige Beispiele für Offene Briefe) 
  • Sofern für Sie selbst durch die Veröffentlichung in einer open access-Zeitschrift Kosten anfallen, bemühen Sie sich bei der Fördereinrichtung, die Ihre Forschung finanziert oder in Ihrer Universität um Mittel, damit Ihre Arbeit in einer Fachzeitschrift veröffentlicht werden kann, die den interessierten Lesern und Leserinnen freien Zugang zu allen Beiträgen gewährt. 

III. Andere Maßnahmen:

  • Wenn Sie nicht umgehen können, (auch) in Zeitschriften zu veröffentlichen, die den Zugang zu den publizierten Beiträgen beschränken, bemühen Sie sich, das Copyright für Ihre Veröffentlichung zu erhalten und bieten Sie dafür das Recht zur Erstveröffentlichung (Print und Online) an. Wenn die Zeitschrift diesem Vorschlag nicht zustimmt, bemühen Sie sich zumindest um Ihr Recht, Ihre Arbeit selbst in einem Archiv unterzubringen, das mit den Standards des OAI kompatibel ist. (Wenn die Zeitschrift, bei der Sie veröffentlichen wollen, ohnehin freien Zugang zu allen Beiträgen gewährt, ist es unproblematisch, dieser Zeitschrift das Copyright zu überlassen, wenn dies gewünscht wird.) 
  • Informieren Sie innerhalb der Learned Societies und der Fachgesellschaften, denen Sie zugehören, dass Sie sich den Zielen des open access verpflichtet fühlen. Engagieren Sie sich in diesem Sinne auch in Komitees und in relevanten Gremien. 
  • Erstellen Sie einen Index, eine Datenbank oder eine Webseite, um über freie Online-Zeitschriften, Archive und andere für Ihre Disziplin wichtige frei zugängliche Sammlungen zu informieren. 
  • Informieren Sie in allen Foren, in denen dies akzeptiert wird, über open access und dessen Vorteile. Viele Fachzeitschriften veröffentlichen z.B. Briefe an den Herausgeber/die Herausgeberin; in einigen Disziplinen werden Informations-Newspaper, Mitglieder-Rundbriefe usw. veröffentlicht. 
  • Beachten Sie auch den Overview of the Issues für Universitäten (von Create Change). 

Universitäten und Forschungseinrichtungen

I. Self-Archiving:

  • Etablieren sie OAI-kompatible Archive in Ihrer Institution. Es steht freie Software zur Verfügung, die dies erheblich erleichtert (hier ein Überblick). Ermutigen Sie die bei Ihnen beschäftigten Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, ihre Arbeiten in diesen Archiven zugänglich zu machen, und bieten Sie ihnen wenn nötig Hilfe, dies zu realisieren. Sie sollten dabei immer in Betracht ziehen, dass die vergleichsweise bescheidenen Investitionen, die Sie hierfür werden tätigen müssen, die Sichtbarkeit und die Wirksamkeit von Forschungsarbeiten, die in Ihrer Einrichtung getätigt werden, nachweisbar vergrößern werden, dass Sie anderen Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen überall auf der Welt den Zugang zu relevanter Literatur erheblich erleichtern, und dass Sie zusätzlich Kosten reduzieren können, die andernfalls für Ihre Bibliothek durch das Abonnement kostenpflichtiger (und teilweise überteuerter) Fachzeitschriften anfallen. 

II. Alternative Zeitschriften:

  • Stellen Sie in Ihren Einrichtungen Fördermittel für Autoren und Autorinnen zur Verfügung, wenn für diese im Falle der Veröffentlichung in alternativen Zeitschriften Kosten anfallen. 
  • Unterstützen Sie Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, die sich in Ihrer Einrichtung um die Gründung alternativer Zeitschriften bemühen, u.a. durch die Bereitstellung von Internetzugängen und Rechnern und durch administrative Hilfen.

III. Andere Maßnahmen:

  • Machen Sie in Ihrer Politik deutlich, dass Sie im Falle von Einstellungen und Beförderungen alle Beiträge, die das Peer-Review erfolgreich durchlaufen haben, gleichwertig gewichten, und zwar unabhängig von dem Medium, das zur Veröffentlichung genutzt wurde (Print oder Online), und unabhängig davon, ob es sich um kostenpflichtige oder frei zugängliche Beiträge handelt. Informieren Sie Ihre Angestellten und potentielle Bewerber und Bewerberinnen über diese Politik.

Bibliotheken

I. Self-Archiving:

  • Bieten Sie an, in Ihrer Einrichtung Universitätsarchive zu unterhalten. Unterstützen Sie Fakultätsangehörige bei der Archivierung von älteren Veröffentlichungen, wenn nötig auch bei deren Digitalisierung, und zeigen Sie ihnen, wie aktuelle und künftige Veröffentlichungen für die Archivierung vorbereitet und schließlich archiviert werden können. 

II. Alternative Zeitschriften:

  • Unterstützen Sie in Ihrer Institution gegründete alternative Zeitschriften, damit diese auch in anderen Bibliotheken, für die Indexierung in den relevanten Datenbanken, für potentielle Förderungsmassnahmen und von potentiellen Lesern und Leserinnen zur Kenntnis genommen werden bzw. zur Verfügung stehen. 

III. Andere Maßnahmen:

  • Treten Sie Bibliotheks-Konsortien wie SPARC bei, um eine Multiplikation Ihrer Wirksamkeit zu erreichen, und machen Sie Ihre Unterstützung für frei zugängliche Fachzeitschriften öffentlich. 
  • Helfen Sie den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern Ihrer Institution, die für sie relevanten freien Zeitschriften und Archive zu finden. Stellen Sie sicher, dass alle nötigen Mittel zur Verfügung stehen, die für einen möglichst effektiven Zugang zu diesen Zeitschriften und Archiven notwendig sind.
  • Beobachten Sie die Fachzeitschriften-Szene: Da die Zahl der Zeitschriften, die dem open access verpflichtet sind, weiter zunehmen wird, und da deren Nutzungsfrequenz und Bedeutsamkeit in den jeweiligen Wissenschaftsfeldern ebenfalls wächst, kündigen Sie überteuerte Zeitschriftenabonnements, wenn deren Leistungen den geforderten Preisen nicht gerecht werden. 
  • Beachten Sie bitte auch den Overview of the Issues für Bibliotheksangehörige (von Create Change). 

Zeitschriften und Verlage

I. Self-Archiving:

  • Ermutigen Sie Ihre Autoren und Autorinnen zum Self-Archiving in elektronischen Archiven, die mit den OAI-Standards kompatibel sind. 

II. Alternative Zeitschriften:

  • Experimentieren Sie mit neuen Geschäfts- und Finanzierungsmodellen, um sukzessive den freien Zugang zu allen Zeitschriftenbeiträgen, die Sie veröffentlichen, sicherzustellen.
  • Nutzen Sie Möglichkeiten kostenpflichtiger Werbung (als Add-ons) auf Volltexten. Bemühen Sie sich, zumindest den eigentlichen Text frei zugänglich zu machen, und erheben Sie höchstens für besonders aufbereitete Versionen des jeweiligen Textes Gebühren. 

III. Andere Maßnahmen:

  • Wenn Sie sich nicht für die kostenfreie Zugänglichkeit der bei Ihnen veröffentlichten Zeitschriftenbeiträge entscheiden, überlassen Sie den Autoren und Autorinnen das Copyright und sichern Sie sich lediglich das Recht der Erstveröffentlichung (Print und/oder Online). 
  • Wenn Sie davon absehen wollen, kostenfreien Zugang zu den neu veröffentlichten Ausgaben Ihrer Zeitschrift(en) zu gewähren, ermöglichen Sie den kostenlosen Zugang sechs Monate nach Veröffentlichung der jeweiligen Ausgabe und für alle älteren Bände und Jahrgänge. 
  • Wenn Sie Herausgeber bzw. Herausgeberin einer Zeitschrift sind, die in einem Verlag erscheint, der eine restriktive Zugangspolitik favorisiert, trennen Sie sich von diesem Verlag und bemühen Sie sich stattdessen um einen Verlag, der für die Idee des open access zugänglicher ist. Hier finden Sie einige Beispiele von Fachzeitschriften, die die Lösung von ihren früheren Verlagen vollzogen haben.

Stiftungen und Forschungsförderungseinrichtungen

I. Self-Archiving:

  • Stellen Sie sicher, dass alle Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, die von Ihnen Fördermittel erhalten, damit einverstanden sind, dass Zeitschriftenbeiträge, die im Rahmen dieser Förderung entstehen, in frei zugänglichen Archiven platziert und/oder in einer open access-Fachzeitschrift veröffentlicht werden. 

II. Alternative Zeitschriften:

  • Stellen Sie Fördermittel zur Verfügung, für den Fall, dass Zeitschriften, die dort veröffentlichte Beiträge frei zugänglich machen wollen, Gelder benötigen.
  • Informieren Sie Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, die bereits Fördergelder von Ihnen erhalten, dass Sie Teile dieser Gelder für etwaige Kosten für die Veröffentlichung in frei zugänglichen Zeitschriften und/oder Archiven verwenden können. 
  • Verwenden Sie Fördermittel für die Gründung von Fachzeitschriften, die freien Zugang für alle nach Peer-Review veröffentlichten Beiträge gewähren. 
  • Helfen Sie bereits bestehenden Zeitschriften mit Fördermitteln, damit diese den Übergang von zugangsbeschränkten zu frei zugänglichen Publikationen realisieren können.

III. Andere Maßnahmen:

  • Gewähren Sie Fördermittel, damit Fachzeitschriften ältere Bände und Jahrgänge digitalisieren können, und zwar unter der Voraussetzung, dass diese dann auch tatsächlich allen interessierten Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen frei zugänglich gemacht werden. 
  • Bemühen Sie sich um Maßnahmen, die verhindern, dass Fördermittel an Fachzeitschriften fließen, die aktiv gegen open access zu mobilisieren versuchen.
  • Unterstützen Sie Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, die lokal und für bestimmte Disziplinen versuchen, open access für andere Kollegen und Kolleginnen und für alle interessierten Nutzer und Nutzerinnen zu realisieren.
  • Helfen Sie Autoren und Autorinnen aus ärmeren Ländern oder aus Einrichtungen mit sehr knappen Ressourcen auch finanziell bei deren Bemühung um Self-Archiving bzw. um die Publikation ihrer Arbeiten in open access-Fachzeitschriften. 
  • Verwenden Sie Fördermittel, um Universitäten bei der Entwicklung und Etablierung institutioneller Self-Archivierung zu unterstützen und sorgen Sie auch für die notwendigen technischen und logistischen Hilfen. 
  • Erlauben Sie, dass Teile der von Ihnen bewilligten Gelder für Stiftungen verwandt werden, um open access-Archive und -Fachzeitschriften zu unterstützen. Über Stiftungsmittel finanzierte open access-Zeitschriften werden dann keine zusätzlichen Mittel benötigen, um ihre Arbeit zu sichern. 

 

Learned Societies und Fachverbände

I. Self-Archiving:

  • Unterstützen Sie zentrale (disziplinäre) ebenso wie lokale (institutionell organisierte) Self-Archiving Bemühungen Ihrer Mitglieder, und machen Sie öffentlich auf diese frei zugänglichen Archive aufmerksam.

II. Alternative Zeitschriften:

  • Reformulieren Sie Ihre Politik dahingehend, dass kenntlich wird, dass Sie open access-Zeitschriften und -Archive in dem Feld, in dem Sie tätig sind, unterstützen, und ermutigen Sie alle, die Ihrem Netzwerk oder Ihrem Verband zugehören, ihre Arbeiten dort zu publizieren.
  • Wenn Sie selbst eine Fachzeitschrift veröffentlichen, sorgen Sie dafür, dass diese online kostenfrei und ohne Restriktionen für alle Interessierten zugänglich ist.
  • Hierzu steht kostenlose Software zur Verfügung, die viele im Laufe des Publikationsprozesses notwendige Arbeiten automatisiert.

III. Andere Maßnahmen:

  • Ermutigen Sie Universitäten, dass diese bei Personaleinstellungen alle Zeitschriftenbeiträge, die das Peer Review erfolgreich durchlaufen haben, gleichwertig gewichten, und zwar unabhängig davon, ob es sich um eine Print- oder um eine Online-Veröffentlichung handelt. (Hier finden Sie einige Beispiele verschiedener Fachgesellschaften und -verbände, die einen entsprechende Passus in ihre Statuten übernommen haben.) 

Regierungsstellen

I. Self-Archiving:

II. Alternative Zeitschriften:

  • Bemühen Sie sich um rechtliche Regelungen im Sinne des open access für alle staatlichen Stellen, die Forschungsförderungsgelder vergeben. Stellen Sie sicher, dass bei der Vergabe von Fördermitteln auch Gebühren bereitgestellt werden für die Deckung von Kosten, die eventuell durch die Veröffentlichung in frei zugänglichen Archiven und Zeitschriften anfallen können. 

III. Andere Maßnahmen:

  • Bemühen Sie sich um das Copyright für alle wissenschaftlichen Beiträge und Ergebnisse, die aus Forschungen resultieren, die durch staatliche Stellen finanziert werden, damit diese für die interessierte (Fach-) Öffentlichkeit dauerhaft frei zugänglich sind. 

Bürger und Bürgerinnen

III. Andere Maßnahmen:

  • Informieren Sie Regierungsstellen, Universitäten, Stiftungen, Fachgesellschaften oder andere, zu denen Sie Kontakt haben, dass Sie den kostenfreien und uneingeschränkten Zugang zu allen wissenschaftlichen Veröffentlichungen wünschen. 
  • Fordern Sie, dass Forschung, die aus Steuermitteln finanziert wird, für alle Interessierten öffentlich und kostenfrei zugänglich sein muss.

 

 

 

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 Email: openaccess@soros.org